Haltungspraxis und Fütterung von Ostrichs

Zuchtstrauße werden üblicherweise als Trios gehalten (1 Hahn, 2 Hennen). Da sie sich in unserer Breiten ihr Futter überwiegend selber suchen und auch nicht ständig in neue Territorien versetzt werden wollen, sollte man ihnen soviel Weideland wie möglich zur Verfügung stellen.
Während der Brutzeit (ca. Februar bis September) bekommen sie bei ausreichender Grünfuttergrundlage zusätzlich ca. 1 Kilo Lege-Mischung für Strauße (Getreidemischung mit hohem Faseranteil). Während der winterlichen Ruhezeit werden,je nach Weidemöglichkeit, 1 bis 2 Kilo Erhaltungsmischung sowie eventuell Heu oder Grassilage angeboten.

   
   

Verhalten des Ostrichs

Strauße sind anhänglich, neugierig und kaum aggressiv, sofern der Halter mit ihnen ruhig und freundschaftlich umgeht. Eine Ausnahme gibt es allerdings: Der erwachsene Hahnverteidigt während der Brutzeit sein Revier und seine Hennen.
Er mag ungern Störungen und schon gar nicht Fremde in seiner Nähe. Bei der Planung und Anlage von Gehegen sollte man berücksichtigen, dass der Strauß ein „Fluchttier“ ist.
Laute, plötzliche Geräusche können ihn in Sekundenschnelle in panikartiges Rennen versetzen. Dabei werden Hindernisse entweder einfach umgerannt bzw. bergen ein erhebliches Verletzungsrisiko. An häufig wiederkehrende Geräusche oder an eine permanente Lärmkulisse gewöhnen sich die Tiere schnell.

   
   

Legeleistung des Ostrichs

Im Jahr kann eine Straußenhenne bis zu 100 Eier (durchschnittliches Gewicht 1.500 g) produzieren. Um eine gute Kükenqualität zu gewährleisten und die Tiere nicht zu überfordern, empfiehlt es sich von Tier zu Tier die Eizahl pro Henne und Saison zu reduzieren. Bei sachgemäßer und hygienischer Brut und guter Befruchtungsrate kann man pro Henne mit 50–60 Küken rechnen

Kunstbrut

Straußeneier können vor Brutbeginn in einem gut belüfteten und weniger als 20 Grad warmen Raum bis zu 14 Tage gelagert werden. Die Brutzeit beträgt 6 Wochen bei einer Bruttemperatur von 36,4 Grad Celsius und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 25 bis 30 %. Absolute Hygiene ist Voraussetzung für den Bruterfolg. Deswegen sollte der Schlupf in einem separaten Raum und separaten Brüter erfolgen.

Kükenaufzucht

Küken werden vom vierten Lebenstag an mit einem guten Straußen-Kükenstarter gefüttert und langsam auch an Grün (kurzgehalten) gewöhnt. Auslauf ins Freie sollten sie schon bei gutem Wetter bereits vom 3. oder 4. Lebenstag an bekommen und von der 4. Lebenswoche an auch bei Regen. Trotzdem muss Ihnen der etwa 20 Grad Celsius warme Stall jederzeit zugänglich sein. Den häufigen Kontakt zu ihrem Betreuer brauchen kleine Strauße für Wohlbefinden und gutes Wachstum. Alleingelassen werden sollten Sie nie für lange Zeit. Vom 3. Lebensmonat an erhalten sie Straußen-Aufzuchtmischung zusätzlich zur Weide. Für die Aufzucht von Schlachttieren setzt man idealerweise hofeigenes oder möglichst günstiges Futter ein.