Wirtschaftlichkeit der Straussenhaltung

Was die Wirtschaftlichkeit der Straussenhaltung betrifft, sind bestimmte Grundvoraussetzungen zu erfüllen, um als Vollerwerbsbetrieb bestehen zu können. Da für ca. 500 Schlachttiere pro Jahr etwa eine volle Arbeitskraft benötigt wird, sollte die mittel- bis langfristige Planung einer Vollerwerbs-Straussenfarm möglichst in 500er-Schritten erfolgen. Eine Beschränkung ist hier natürlich durch die Verfügbarkeit von Ländereien gegeben.
Eine Aufteilung der einzelnen Zweige der Straussenhaltung in z. B. Brut und Aufzucht, kann die Straussenhaltung auch als Nebenerwerb in Kooperation mit Anbietern der anderen Bereiche lukrativ machen.
Sie suchen Kooperationspartner? Wir helfen Ihnen gern beim Knüpfen von Kontakten.

Marktsituation des Straussenhandels

Im Laufe der Geschichte haben die vom Menschen verwendeten Nutzgüter des Strausses immer wieder variiert. Federn, Leder, Eier, Fleisch fanden im alltäglichen Gebrauch oder bei kultischen Festen bei diversen Völkern Verwendung. Heute müssen Erzeuger, Verarbeiter, Lieferanten, Groß- und Einzelhändler ihr Bestehen am Markt sichern.
Dies ist möglich durch eine Koordination von Angebot und Nachfrage. Einen Angel- und Knotenpunkt stellt die Handelsplattform der OPG dar. Der Strauss wird heutzutage nicht mehr nur in Afrika gehalten, sondern ist in der ganzen Welt als Farmstrauss verbreitet. Daher streben wir an, die Distribution durch kurze Lieferwege und Wartezeiten zu den Kunden in der ganzen Welt zu perfektionieren.

Evolution des Ostrichs / Strausses

Die Straussenvögel entstanden vor ca. 55 Mio. Jahren in Zentralasien. Von hier aus breiteten sie sich vor etwa 2,5 Mio. Jahren nach Westeuropa aus. Nach Afrika sind die Vorfahren des heutigen Straußes vor etwa 1 Mio. Jahren eingewandert. Bekannt ist nicht, wann der Strauss in Europa keinen Lebensraum mehr hatte. Vor ca. 10.000 Jahren sind im Raum Wien größere Bestände heimisch gewesen.

Systematik des Strausses

In der Gliederung der Tierwelt gehört der Strauss zu den Flachbrustvögeln. In der Ordnung der Strauße sind heute noch 4 Unterarten wildlebend verbreitet: der nordafrikanische Strauss (Struthio camelus camelus), der ostafrikanische Strauss (Struthio camelus massaicus), der Somalistrauss (Struthio camelus molybdophanes), der südafrikanische Strauss (Struthio camelus australis). Die 5. Unterart ist der Farm Strauss (Kreuzung aus Struthio camelus camelus und Struthio camelus australis). Auf den meisten Farmen Südafrikas gezüchtete Strausse werden in der internationalen Literatur als „African Black“ (S.c. domesticus) bezeichnet.
Er unterscheidet sich durch seine Federqualität und -anzahl (bester Federstrauß), durch eine um 2 Jahre vorverlegte Geschlechtsreife und eine erhöhte Legeleistung deutlich von den anderen wildlebenden Arten. Dies gilt auch für die später gezüchteten Rassen in Botswana, Namibia und Zimbabwe. Sie besitzen zwar nicht die prächtigen Federn, jedoch wachsen sie schneller und werden auch wesentlicher größer und schwerer (Zimbabwe Blue = beste Fleischrasse). Der Unterschied liegt auch in der Körperform vom traditionellen südafrikanischen Farmstrauss – tropfenförmig statt kastenförmig.

Allgemeines zum Strauss

Die Ordnung Strausse (Struthioniformes) gehört zur Überordnung der Flachbrustvögel. In dieser Überordnung sind flugunfähige Vögel zusammengefasst, deren gemeinsames Merkmal der fehlende Brustbeinkamm ist. Dieser bildet bei flugfähigen Vögeln die Ansatzfläche für die Flugmuskulatur.
Zur Art Struthio camelus gehören die folgenden Unterarten:
Struthio camelus camelus - Nordafrikanischer Strauß
Struthio camelus australis - Südafrikanischer Strauß
Struthio camelus massaicus - Ostafrikanischer - oder Massaistrauß
Struthio camelus molybdophanes - Somalistrauß
S. c. domesticus (S. c. camelus x S. c. australis) - Afrikanischer Farmstrauß
Die Kreuzung von Nord- und Südafrikanischem Strauss brachte den sog. Farmstrauss hervor, der in bestimmten Bereichen produktiver ist als seine wildlebenden Verwandten.
Die wildlebenden Arten erreichen eine Größe von über 2 m bis zu 2,80 m bei einem Gewicht zwischen 110 und 180 kg. Nach eintretender Geschlechtsreife mit etwa 4–5 Jahren können sie noch über 60 Jahre weiterleben. Während der Balzzeit von September bis April (in Afrika) legt ein Weibchen gut zehn bis an die 20 Eier. In freier Wildbahn ist jedoch die Schlupfquote verhältnismäßig gering, die Kükenverluste wiederum sehr hoch.
Farmstrausse werden in der Regel 1–3 Jahre eher geschlechtsreif als wildlebende Tiere. Ihre theoretische Nutzbarkeit bis zu einem Alter von etwa 40 Jahren wird in der Praxis durch die Unwirtschaftlichkeit aufgrund abnehmender Produktivität beschränkt. Normalerweise legt ein Straussenpaar oder -harem soviele Eier, bis das Nest voll ist. Nimmt man Straussen ihre Eier regelmäßig weg um sie einer Kunstbrut zuzuführen, legen sie über einen längeren Zeitraum bis zu 80 oder sogar 100 Eier. Dies sollte jedoch vermieden bzw. in einem akzeptablen Rahmen durchgeführt werden, denn ein Straussenweibchen, das sich über das Jahr fast totgelegt hat, wird auch nach reichlicher Vitamin- und Mineralstoffgabe nur schwerlich gesund und munter über den Winter kommen.